Seit September 2015 erscheinen im Steinacher Gemeindeboten unter der Seite "Tintenklecks" Artikel von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die ersten Artikel schrieben Jugendliche selbst und  ich stellte Fotos und Text fertig zum Drucken zusammen. Seit einigen Ausgaben interviewe ich die jungen Leute und stelle die Seiten druckfertig.

Im September 2017 befragte ich  Hannah Eickmeyer über ihr 5 monatiges Praktikum in Nepal. Die Fotos sind von Hannah und Anne Götz. Auf der pdf Datei sind alle vier Seiten des Artikels.

Mein Text: Fünf Monate als Praktikantin in Nepal

Hannah Eickmeyer aus Steinach war von Januar bis Juni in Nepal zusammen mit zwei weiteren Praktikantinnen.
Sie waren für die Kinderhilfe-Nepal-Mitterfels tätig, die in einem Projekt versucht, Kindern eine Schulbildung zu
ermöglichen *1).
Am Telefon sagte Hannah, dass sie gar nicht wisse, wo sie anfangen solle zu erzählen. Deshalb stelle ich ihr konkrete
Fragen.
Ich frage sie, ob sie mir etwas auf Nepali sagen könne: Hannah kann ein paar Wörter und Sätze, die sie im Alltag
brauchte und durch Hören lernte: z.B. Ja-Ho/chha. Nein-Hoina/chhaina. Guten Tag!-Namaste/Namaskar. Auf
Wiedersehen!-Pheri Bhetaula!, Für Europäer ist es schwierig die Sprache zu lernen. Die Schrift ist anfangs sehr
gewöhnungsbedürftig. Man braucht ein gutes Gedächtnis um Nepali Schreiben und Lesen zu lernen. Denn selbst,
wenn man das Alphabet beherrscht, wird man nicht sonderlich weit kommen, da die nepalesischen Wörter aus
Silben bestehen, die wiederum aus neuen Schriftzeichen-Kreationen des „Ausgangsalphabets“ bestehen. *2)
Sie verständigten sich meist auf Englisch. In den Städten kommt man mit Englisch meist gut zurecht, auf dem Land
eher nicht. Ihr Projektmanager und Ansprechpartner hatte zwar einen englischen Grundwortschatz, aber mit seiner
Frau, die wenig Englisch sprach, konnte man sich oftmals „mit Händen und Füßen“ besser verständigen.
Auf meine Frage, was ihr spontan zu Nepal einfalle, nennt Hannah den Mount Everest. Sie liest nämlich gerade
ein Buch über eine Expedition dorthin. Und Schwitzen. Ab März war es durchschnittlich 35 Grad heiß und so
waren sie die meiste Zeit sehr viel am Schwitzen.
Sie waren im Camp Betrawati, das ist etwa 40 km von Kathmandu, der Hauptstadt, entfernt. 5 Stunden braucht der
Bus dorthin. Betrawati ist ein kleines Dorf, das an einem Zusammenfl uss dreier Flüsse liegt. Etwa einen Kilometer
vom Dorf entfernt liegen zwei Camps, die ausschließlich aus Wellblechhütten bestehen. In einem der zwei Camps
gab es etwa 87 Haushalte, durchschnittlich 5 Leute oder mehr leben in einem Haushalt. Elisabeth Gehrsitz, eine
Sozialarbeiterin aus Landshut, war vor ihnen im Camp und hatte ihre Arbeit organisatorisch vorbereitet. Die
Aufgabe von Hannah und ihrer Freundin war es, den Kindern Englischunterricht zu geben.
Frage an Hannah: gibt es etwas, was du in Nepal vermisst hast? Wasser aus dem Wasserhahn, das man ohne
Bedenken trinken kann und nicht abgekocht werden muss. Brot, in Nepal gibt es nur Weißbrot und das fi ndet
Hannah nicht so toll. In Nepal arbeiten die Menschen den ganzen Tag und etwas anderes wie etwa eine Freizeitbeschäftigung oder Hobby kennen sie nicht.
Gibt es etwas, was dir jetzt abgeht wenn du an Nepal denkst? Die schöne Landschaft mit den Bergen, den Tag
vor sich hin zu trödeln und viel zu Fuß gehen. Man geht dort fast alle Strecken zu Fuß. Die Art des täglichen Einkaufens
gefi el ihr gut und dann gemeinsam zu kochen.
Der Unterrichtsbeginn ist zwar festgelegt, dies sei aber eine relative Angabe, da Zeitangaben in Nepal eine sehr viel
geringere Bedeutung haben.
Hannah erzählte, dass Nepali bei Deutschen voraussetzen, dass man reich ist. Nepali haben oft die Erwartung, dass
man als Deutscher z.B. Medizin bringt und dass aus Deutschland Lehrer kommen.
Nepalesische Lehrer sind nicht so motiviert und haben wenig Ehrgeiz, dass ihre Schüler etwas lernen.
Wie wird in Nepal gekocht? Nepali kochen mit Gas und alles im Dampfkochtopf .
Was machen Nepali mit Müll? Wenn zu viel herumliegt, dann bringen sie es an einen Platz und zünden den
Haufen an.
Bist du schon in Deutschland angekommen? Ja, eigentlich schon am nächsten Tag ihrer Ankunft in Deutschland.

Sie waren ja meist zu zweit oder zu dritt und sprachen Deutsch miteinander. So gab es immer eine Verbindung zu
Deutschland.
Was war in Nepal anders als du es dir vorgestellt hast? In Nepal leben die Menschen für den Tag und denken
nicht an das Morgen. Hannah fände es gut, wenn Nepali z.B. in der Hauptstadt Kathmandu im medizinischen Bereich
ausgebildet würden um dann in ihren Distrikten den Einheimischen zu helfen.
Die Bildunterschriften sind von Hannah, sie hat den Artikel durchgeschaut.
Wichtig ist ihr auf die aktuelle Situation in Nepal einzugehen: „In Nepal sind aufgrund des starken Monsunregens
in den Bergen viele Flüsse stark angeschwollen und haben nahezu den gesamten Süden des Landes, in dem es übrigens
sehr fl ach ist, überschwemmt. Die Kinderhilfe Nepal e.V. aus Mitterfels hat bereits wieder Gesundheitscamps
über die Partnerorganisation „Quick Volunteer“ in den Katastrophengebieten eingerichtet. Auch an der Sicherstellung
der Trinkwasserversorgung beteiligt sich der Verein fi nanziell. Spenden hierfür, aber auch für die Unterrichtsprojekte
werden - nicht nur nach solchen Naturkatastrophen - dringend gesucht. Ebenso freut sich der Verein
über jeden neuen Praktikanten, der, egal ob jung oder alt, unerfahren oder ausgebildet, eine beeindruckende Zeit in
dem Himalayastaat verbringen möchte.“
Hannah wird im Herbst anfangen mit dem Studium der Physiotherapie in Heidelberg.
Text Martin Waubke, Fotos Hannah Eickmeyer,Anne Götz
1) zwei Zeitungsartikel dazu, www.kinderhilfe-nepal-mitterfels.de/presse/
2) www.nepalwelt.de/site_startseite.htm, www.weltreisewortschatz.de/nepali/

 

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tintenklecks,sept.2017,hannah eickmeyer,
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Der Faschingprinz Lukas II
Anfang Februar hatte Lukas Hagn seine Freisprechung. Er absolvierte die Ausbildung zum
Anlagenmechaniker für SHK (=Sanitär Heizung Klima) und ist jetzt Geselle.
Für seine Firma ist er hauptsächlich auf Baustellen von Industrieanlagen, meist in Regensburg. Lukas
arbeitet 10 Stunden am Tag 4 Tage in der Woche und einen Werktag hat er frei.
Der erste Winter nach der Schule war für ihn hart, danach ging es. Anstrengend ist z.B. der ständige
Wechsel von Kalt und Warm. In seiner Firma erstellen sie Steuerungen und Regelungen von großen
Anlagen. Sein Beruf ist körperlich und technisch herausfordernd. Lukas würde es reizen, später einmal an
richtig großen Heizanlagen zu arbeiten, die mit Schiffsdiesel betrieben werden.
Lukas ist aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinach, dies ist ihm wichtig. Er möchte einfach in
Notlagen helfen und fi ndet das Angebot an Technik bei der Wehr sehr interessant.
Auf meine Frage, wie es dazu kam, dass er Faschingsprinz wurde, erzählt Lukas, er habe eine Stammtischwette
mit Patrik Biermann verloren. Es bleibt geheim, worum es bei der Wette ging und Wettschulden
sind Ehrenschulden. So habe er sich beim Bogener Narrentisch als Faschingsprinz beworben. Dabei
sei er bei der Bogener Narrentischpräsidentin auf offene Ohren gestoßen. Seine Prinzessin Lisa habe er
sich dann auch selbst ausgesucht, am Anfang habe sie es gar nicht ernstgenommen. Sie bilden heuer das
Prinzenpaar Lisa I und Lukas II. Die Vorbereitungen gingen bereits nach dem Volksfest los. Mit dem
Tanzen war es für Lukas der Sprung ins kalte Wasser. Sie hatten aber mit Sandy Aumüller eine sehr gute
Tanztrainerin. Sie leitete die beiden über viele Wochen hinweg (und dies ehrenamtlich) an beim Einstudieren
der Standardtänze und der Auftritte mit den Faschingsgarden. Die Faschingssaison begann 11.11.
um 11Uhr 11 Uhr mit dem „Sturm des Bogener Rathauses“. Das Prinzenpaar tanzt den Prinzenwalzer und
spricht den „Prolog“, die königliche Ansprache an das „Narrenvolk“. Aufgabe des Prinzenpaares ist es in
erster Linie zu repräsentieren. Ab 11.11. waren sie fast jedes Wochenende auf zwei Bällen. Gut ist, dass
er selbst nie Auto fahren muß, alle Beteiligten werden abgeholt und der Ablauf ist bestens organisiert. Sie
fahren zu Bällen anderer Faschingsgesellschaften, dort werden Orden getauscht und Reden gehalten. Auf
meine Frage, wie er es mit Alkohol hält, sagt Lukas, dass er in Maßen trinkt,
Tintenklecks
repräsentiere er doch seine Faschingsgesellschaft. Bei den Faschingsbällen ist für jeden was dabei. Es
gibt viele Shows, Einlagen und bei den Bars gibt es auch für sein Alter die passende Musik. Besonders
gefallen hat ihn das Treffen bei der Faschingsgilde Thyrnau im Landkreis Passau. Dort trat neben
vielem anderem die Kindergarde auf und führte Tänze und geradezu artistische Figuren auf hohem
Niveau vor. Ein weiteres Highlight war für ihn der Faschingsball bei den Barmherzigen Brüdern in
Straubing. Der Magnobonus-Markmiller-Saal war voller Leute und viele waren in Faschingsverkleidung.
Die Behinderten freuten sich über das Prinzenpaar, waren begeistert und stellten ihnen viele Fragen, z.B.
ob Lukas wirklich ein echter Prinz ist.
Insgesamt ist der Aufwand recht hoch, er habe es aber keine Stunde bereut, Faschingsprinz zu sein, es war
ihm jede Stunde wert. Und es hat mit ihm auch nicht den Falschen getroffen, hat er doch kein Problem
damit, öffentlich aufzutreten und er ist nicht auf den Mund gefallen.
Text Martin Waubke, Fotos Bogener Narrentisch

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Artikel in der Märzausgabe 2017 des Steinacher Gemeindeboten über Lukas Hagn
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Mein Artikel über Christian Janker, in der Dezemberausgabe des Steinacher Gemeindeboten.

der Schlagzeuger Christian Janker Text Martin Waubke, Fotos „Motivatelier“
Christian Janker hat dieses Jahr den Kulturförderpreis der Stadt Straubing bekommen. Ich treffe mich bei
ihm zu einem Gespräch. Er lebt seit seinem 2. Lebensjahr in Steinach und er spielt bei der JFG Kinsachkickers
in der A-Jugendmannschaft als Torwart. Ich frage Christian, ob es für ihn schwierig ist, mit den
Händen unterschiedliche Rhythmen zu schlagen. Christian meint, dass dies eine Sache des Trainings ist.
Bei einem Drumset, einer Kombination verschiedener Schlaginstrumente hat der Musiker auch mit den
Füßen Instrumente zu schlagen.Er versteht sich als Schlagzeuger, auf Englisch Multipercussionist. Christian
kann sich vorstellen im Orchester zu spielen oder auch als Solist aufzutreten. Bei einem Auftritt als
Tintenklecks
Solist ist die Bühnenpräsenz eine Herausforderung.
Üben war für ihn nie ein Problem.Vor dem Abitur stand er immer im Zwiespalt, dass er etwas mehr für
die Schule lernen sollte. Im Sommer hat er am ABG (Anton-Bruckner-Gymnasium,Straubing)
Abitur gemacht. Erst auf meine Nachfrage erzählt er, dass er einen Notendurchschnitt von 1,5 geschafft
hat. Er hat anschließend eine Aufnahmeprüfung bei der Berufsschule für Musik in Plattling gemacht und
ist gleich in die 2.Klasse aufgenommen worden.
Jetzt steht für ihn nur noch die Musik im Vordergrund. Durch seine Eltern ist er praktisch schon seit
Geburt Mitglied in der Stadtkapelle Straubing. Mit 14 Jahren legte er die Aufnahmeprüfung für
das Bayerische Landesjugendorchester mit Erfolg ab. In das Orchester kommen Musiker, die die gleiche
Begeisterung teilen. Dabei sind Preisträger von Jugend musiziert und namhafte Dozenten erteilen ihnen
Unterricht. Im Winter und Sommer gibt es Probenphasen und anschließend Konzerte. Die Konzertreise
nach Japan war für Christian Janker ein Höhepunkt in diesem Jahr. Aus Kostengründen konnte nur eine
begrenzte Anzahl von Musikern mitfahren und er wurde als Schlagzeuger ausgewählt. Das Orchester
gab Konzerte in Hiroshima, Kyoto, Yokohama und Tokio. Japan bleibt für Christian eine unvergessliche
Erfahrung und das Land hat ihn mit seiner Kultur sehr inspiriert.
Mich beeindruckt, dass Christian Janker bereits weiß, was er machen möchte und dies zielstrebig verfolgt.
und ich spüre dabei seine Freude an der Musik.

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Artikel über Christian Janker, Dez. 2016, Steinacher Gemeindebote
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In der Märzausgabe 2016 des Steinacher Gemeindeboten  kam mein Artikel über Susanne Dorfner. Hier der Text:

Susanne Dorfner
Ich fahre mit dem Fahrrad nach Wolferszell und biege in den Mühlenweg zur Dorfner Mühle. Es
geht über die Kinsach, unter dem großen Hofplatz verschwindet der Bach und taucht
dahinter wieder auf. Die Dorfner Mühle ist ein großer Gebäudekomplex, der von weitem zu
sehen ist. Es stehen einige Lastwägen im Hof und zu hören ist ein ruhiges beständiges Brummen
aus dem Betriebsgebäude. Mühlen lagen oft an Bächen, um die Kraft des Wassers als Antrieb
für die Mühle zu nutzen. Dies war technisch kompliziert, es verlangte viel Geschick und Sachverstand,
im Mittelalter war dies dem Umfeld oft unheimlich. Es gibt zahlreiche Geschichten und
Sagen in denen Mühlen vorkommen. Wer kennt nicht den Roman „Krabat“ von Otfried Preußler.
Im Jahr 1376 wird ein Müller Stephan aus Wolferszell urkundlich erwähnt, seit dem Jahre 1902 ist
die Mühle im Besitz der Familie Dorfner.
Ich bin mit Susanne Dorfner verabredet, sie ist mit 27 Jahren Geschäftsführerin der Mühle.
Susanne Dorfner ist gerade im Mühlengebäude und will von mir wissen, worum es bei diesem
Artikel geht. Ich erzähle, dass „Tintenklecks“ eine Seite für Jugendliche und junge Erwachsene
ist. Junge Leute aus der Gemeinde Steinach schreiben, wo sie gerade „stehen“, welchen Weg
sie berufl ich oder privat einschlagen. Schwierigkeiten, Zweifel, Unsicherheiten gehören dazu,
sind interessant und sollen erzählt werden.
Schnell klärt sich, dass Susanne Dorfner selbst nicht etwas schreiben will. Gut, dann werde ich
dies übernehmen.
Ihr Vater, Wolfgang Dorfner hat seine Kinder nicht gedrängt, den Betrieb zu übernehmen. Seine
drei Söhne haben sich berufl ich anderweitig orientiert. Susanne hingegen war schon als Kind bei
der Ernte dabei und hat sich in der Mühle etwas Taschengeld verdient.
Für sie stand schon sehr früh fest, dass sie den Beruf Müllerin ergreifen und so früh wie möglich in
der Mühle mit anpacken wollte.
Sie absolvierte die Realschule, machte die Ausbildung als Bürokauffrau, später auch als
Müllerin. Heute nennt sich der Beruf Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft.
Susanne Dorfner setzte den Wirtschaftsfachwirt des Handwerks als weiteren Abschluss
drauf.
Ich frage sie, ob es für sie ein Problem war, als Chefi n anerkannt zu werden von Mitarbeitern,
Text und Fotos: Martin Waubke
die sie als Kind, Auszubildende erlebten? Susanne Dorfner antwortet darauf, dass sie sich
Autorität durch viel Engagement und Arbeit erarbeiten musste.
Es sind etwa 25 Angestellte, bis auf die zwei Bürokraftfrauen sind es nur Männer. Sie ist mit drei
Brüdern aufgewachsen, deshalb versteht sie es gut, mit Männern zu arbeiten. Da ihr Vater
bereits über 70 Jahre alt war, übernahm sie immer mehr die Geschäftsführung. Die Zusammenarbeit
mit ihrem Vater klappt sehr gut. Mit jetzt 27 Jahren hat sie weitaus mehr Verantwortung
als andere in ihrem Alter. „Es ist schön mit einem lebendigen Produkt zu arbeiten, das jedes Jahr
bei der Verarbeitung andere Herausforderungen stellt.“
Vieles ist in der Mühle computergesteuert, Abläufe sind zertifi ziert, die Mehle werden im
hauseigenen Labor untersucht. Verschiedenste, innovative Mehle werden an Backbetriebe
geliefert. Im Jahr 1950 gab es in Deutschland noch fast 19.000 Mühlen, heute sind es noch 550.
Als die Hackermühle in Straubing letztes Jahr ihren Betrieb einstellte, ergriff sie die Möglichkeit
selbst einen Mühlenladen zu eröffnen. Im „Mühlenladen“ erhält man auch in kleinen Mengen
Bio- und konventionelle Ware wie Weizen, Dinkel, Roggen sowie Brotgewürze, Nudeln und vieles
mehr. Der Laden erfreut sich steigender Beliebtheit und das Sortiment wird somit ständig erweitert.
Dies ist ein neuer Bereich des Unternehmens, den Susanne Dorfner mit viel Engagement
führt.
Am Pfi ngstmontag, den 16.5.16, ist Tag der offenen Tür.
Susanne Dorfner möchte gerne Interessierten die Möglichkeit bieten, die Mühle zu besichtigen

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Susanne Dorfner, Interview, Artikel im Steinacher Gemeindeboten
tintenklecks.susanne dorfner, indd.pdf
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Im Februar schrieb ich einen Artikel über ein Treffen des Helferkreises Steinach in dem Flüchtlingsheim Rotham, Steinach. Der Artikel erschien in der Märzausgabe des Steinacher Gemeindeboten.

Tea Time Helferkreis Steinach

 

In Rotham, Gewerbegebiet Steinach empfängt mich ein Schild mit der Aufschrift:  Dezentrale Flüchtlingsunterkunft, Landkreis Straubing-Bogen REFUGEES WELCOME. Es ist eine ehemalige Gewerbehalle, die ein privater Betreiber umgebaut hat. An diesem Samstagnachmittag ist Tea Time. Wie Claudia Stein mir erzählt, wurde der Name Tea Time gewählt, da das Treffen am späten Nachmittag 16 bis 18 Uhr stattfindet, dem Zeitpunkt um sich auf eine Tasse Tee zu treffen. Vorerst findet es einmal im Monat statt, es ist aber durchaus möglich, dass es öfter stattfindet, vorausgesetzt, es finden sich noch mehr  Leute zu den Vorbereitungen. Es ist eine feste Zeit zur gemütlichen, ungezwungenen Kontaktaufnahme mit den Flüchtlingen. An diesem Samstag hat ein kleines Team um Brigitte Körner Musik- und Geselligkeitsspiele vorbereitet. Frau Fischer ist mit Farben da, um Gesichter zu schminken. Claudia Stein erzählt mir, welche Aktivitäten beim Steinacher Helferkreis Steinach es zur Zeit gibt. Während wir uns unterhalten, sprechen Flüchtlinge Claudia Stein wiederholt wegen allem Möglichen an. Oft ist es ein Schreiben einer Behörde. Sie zeigen ihn her, da sie nicht verstehen, worum es geht. Meist sind es kleinere Angelegenheiten, ich habe den Eindruck, dass viele Flüchtlinge froh sind mit Deutschen in Kontakt zu kommen, um in dem neuen Umfeld etwas Orientierung zu bekommen. Geplant sind kleinere Ausflüge, z.B. zum Tierpark oder zum Schlittschuhlaufen. Demnächst soll in der Unterkunft ein Kurs zur Verkehrserziehung mit einem Fachkundigen angeboten werden. Judith Nickles ist ehrenamtliche Helferin sie schaut mehrmals in der Woche nach der Arbeit in der Unterkunft vorbei. Auf meine Frage, ob sie sich dort als Frau unsicher fühle, verneint sie. Ein Flüchtling habe sie beim ersten Mal gleich eingeführt und es ist für sie überhaupt kein Thema. Sie wird in viele Zimmer eingeladen und sie hat eher das Problem, dass sie nicht so viel Zeit hat. Mehrmals ist sie schon zu Essen mit typisch syrischer Küche eingeladen worden. Herr Hupfeld hat bereits Fahrräder zusammen mit Flüchtlingen hergerichtet, damit sie fahrtüchtig und verkehrssicher sind. Montag nachmittag kommen Claudia Stein und am Donnerstag Nachmittag Thomas Langhoff in die Unterkunft und sind bereit z.B. bei Briefen von Behörden „lesen“ zu helfen. Wenn sie da sind, haben Flüchtlinge die Möglichkeit, das eine oder andere Wort Deutsch zu hören, lernen und zu sprechen. Donnerstagabend von 20 bis 22 Uhr können Flüchtlinge in die alten Turnhalle. Thomas Langhoff und Rainer Schick betreuen diese Aktivität, bei der auch Steinacher willkommen sind. An den ersten Abenden spielten die Flüchtlinge noch Tischtennis und Basketball. Seit einigen Donnerstagen aber ist das Interesse an Fussball  größer.

 

Ich habe in letzter Zeit immer wieder ehrenamtliche Helfer gefragt, ob sie sich selbst schon einmal bereichert fühlten, wenn sie mit Flüchtlingen zu tun haben: Claudia Stein schrieb mir dazu, dass es ihr wichtig ist, zu erleben, daß man Menschen helfen und zusammen mit anderen Menschen etwas bewegen kann. Die USA sind ihr Heimatland und da freut es sie als „neue deutsche Staatsbürgerin“ etwas an die Wahlheimat zurückgeben zu können. „Aber es ist auch ein positives Gefühl, den Flüchtlingen zu helfen – die menschliche Interaktion; der interkulturelle Austausch; einen anderen Blickpunkt wahrzunehmen; die Erinnerung daran, wie gut es uns eigentlich geht im Vergleich; all diese Faktoren zusammen sind für mich die Bereicherung. Genauso wichtig finde ich ist die Zusammenarbeit mit meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern hier in Steinach. Ich bin immer wieder total beeindruckt von der unkomplizierten und großzügigen Hilfsbereitschaft der Steinacher! Ich genieße genauso das Kennenlernen, die Zusammenarbeit, die Gespräche mit den „Einheimischen“.

 

Eine junge Frau, die UMFs, d.h. junge unbegleitete minderjährige Jugendliche in Bogen betreut meinte, dass die Kultur für sie eine Bereicherung ist: sie können z.B. sehr gut tanzen oder Essen kochen. Für die Betreuerin ist es immer wieder erstaunlich was die „Jungs“ alles können. Sie haben in ihrer Heimat von jung auf arbeiten müssen und können deshalb so vieles. So ist ihr Auto in Bogen stehengeblieben und sofort kam eine ganze Gruppe UMFs zum Auto und waren solange amSchrauben,bis das Auto wieder gelaufen ist.

 

Deutschland aus der Perspektive eines Flüchtlings zeigt der Film des syrischen Filmemachers Firas Al Shater. Er lebt seit zwei Jahren in Deutschland lebt. Der Film wurde über eine Millionen mal angeschaut und tausende Male geteilt .https://youtu.be/ZozLHZFEblY

 

 

 

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Tea Time, Interview über Helferkreis Steinach
Tea Time, Helferkreis Steinach Gemeindeb
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